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Anmerkungen

Das kooperative Lärmmanagement wird insgesamt den Anforderungen des BImSchG zum Schutz der Nachbarschaft vor erheblichen Geräuschbelästigungen gerecht und stellt dabei insbesondere die „Vorsorge gegen erhebliche Geräuschbelästigungen“ in den Vordergrund.

Als Konzept ist es dem „administrativen Lärmmanagement“ in vielen Aspekten überlegen.

·          Das Lärmmanagement wird Bestandteil des täglichen Betriebsmanagements und bleibt deshalb im Bewusstsein des Betreibers. Im Gegensatz dazu ist ein Genehmigungsverfahren eine einmalige Hürde, die nach den in der Einleitung geschilderten Maßstäben mehr oder weniger vorteilhaft genommen wurde.

·          Der Betreiber kann deutlich flexibler auf Bedarfsspitzen im Betrieb reagieren und Ausgleich schaffen.

·          Da ein täglicher Nachweis über die Einhaltung zu führen ist, ist es für die Überwachungsbehörden einfach und zeitnah möglich, Beschwerden zu prüfen und gegebenenfalls Maßnahmen abzusprechen.

·          Die Nutzung der Daten des tatsächlichen täglichen Betriebs anstatt geschätzter oder unterstellter mittlerer Betriebsnutzung bringt erheblich mehr Transparenz für alle Seiten und liefert so eine Basis für Kooperation.

·          Es kann ein Beschwerdemanagement festgelegt werden, das tagesspezifisch reagieren kann.

Gutachtliche Expertisen und politische Ermessensspielräume sind häufig von vorneherein Anlass für eine mangelnde Vertrauensbasis und der Grund für Aufbegehren in vielen Verfahren. Das kooperative Lärmmanagement reduziert Ermessensspielräume, weil es nicht den Betrieb kontingentiert, sondern den Lärm.

Es mag als Nachteil empfunden werden, dass die Überwachung wesentlicher Bestandteil des Verfahrens wird. Eine einmal erteilte Betriebsgenehmigung nimmt natürlich Verantwortung von den Schultern der zuständigen Behörden. Aber gerade das Einbeziehen der Überwachungsbehörden in die stets verfügbaren Nachweise über Anstrengungen des Betreibers für einen lärmarmen Betrieb fördert den Ausgleich der Interessen und hilft Konfrontation zu vermeiden.

Lärm ist zu einem nicht unbeachtlichen Teil auch Psychologie. Es wäre ein Fortschritt, wenn die Verfahren zur Beurteilung des Lärms dieser Erkenntnis mehr Spielraum geben würden. Tägliches Lärmmanagement auf der Basis des täglichen Betriebs kann diesen Raum öffnen.