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Die militärischen Dimensionen des Lärmmanagements

Militärische Ausbildungserfordernisse sind ressourcenorientiert und unter Berücksichtigung von Rechtsvorschriften sicherzustellen. Mit Hilfe des Lärmmanagements auf den Truppenübungsplätzen (TrÜbPl) der Bundeswehr steht ein Tool zur Verfügung, mit dem rechtskonformer Ausbau, Betrieb und Nutzung der TrÜbPl auch unter Berücksichtigung der Forderungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes umgesetzt werden kann.


 

Das Nutzungskonzept für Truppenübungsplätze

Das TrÜbPl-Nutzungskonzept definiert den Bedarf an auftragsorientierter Ausbildung auf TrÜbPl-en, Flugabwehrschießplätzen und Luft-Bodenschießplätzen für die deutschen Streitkräfte sowie für die in Deutschland stationierten verbündeten Streitkräfte. Im Rahmen eines Ausbildungsmittelverbundes sind die Forderungen der Bedarfsträger/Nutzer bedarfs-, ergebnis- und kostenorientiert durch die Bereitstellung geeigneter Schieß- und Übungsplatzkapazität zu decken. Dabei sind militärische Zielsetzung, Rechtsvorschriften sowie die zur Verfügung stehenden Ressourcen zu beachten, umweltgerechtes Handeln und nachhaltige Nutzung sind sicherzustellen.


 

Standardnutzungsprofil

Die Vergabe der TrÜbPl-e durch SKUKdo gemäß den Anforderungen der Bedarfsträger erfolgt mit einem zeitlichen Vorlauf von etwa 2 Jahren vor dem Nutzungszeitraum während der nationalen Verteilerkonferenz. Für den jeweiligen Nutzer muss sichergestellt sein, dass unabhängig vom Belegungszeitraum das gesamte Nutzungsprofil der TrÜbPl-e zur Verfügung steht. Deshalb ist sicherzustellen, dass Überschreitungen (im Sinne von Lärmimmissionen) durch ein theoretisches Standardnutzungsprofil ausgeschlossen werden. Dieses Standardnutzungsprofil leitet sich ab aus der modellhaften Verknüpfung von

-          Belegungen (d.h. welcher Nutzer übt)

-          Zuordnung der Ausbildungsanlagen auf die möglichen Nutzer

-          Art der Nutzung (jeweiliges Schieß-/Übungsvorhaben)

Für jeden einzelnen TrÜbPl sind die Angaben zu den unterschiedlichen Belegungen und den verfügbaren Schießbahnen im TrÜbPl-Nutzungskonzept definiert. Angaben über die Art der Nutzung wurden nach den Vorgaben der Nutzer zu Anzahl und Art der eingesetzten Waffen/Waffensystemen und dem erforderlichen Munitionsansatz mit den jeweiligen Übungsmodellen hinterlegt. In einem ersten Ansatz wird der tatsächliche Ablauf des Schießens im Gelände vernachlässigt und der Munitionseinsatz auf eine Stellung zusammengefasst.


 

Planungsprozess SKUKdo (Lärmmanagement)

Nach Beschreibung des individuellen Standardnutzungsprofils für jeden TrÜbPl sind mit der Software WinLarm in einem ersten Schritt die Schießvorhaben zu bewerten, dabei insbesondere außerhalb der TrÜbPl-Grenzen Überschreitungen der Grenzwerte zu ermitteln und für die Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten zu erfassen.

Im Rahmen des Lärmmanagements ist zu untersuchen, mit welchen Lösungsmöglichkeiten festgestellte Überschreitungen vermieden werden können. Dies ist durch das Variieren der Rahmenbedingungen Quellorte, Schusszahlen und Schießsituationen sowohl auf die einzelne Schießbahn im Detail als auch in der Gesamtauswirkung auf den TrÜbPl zu untersuchen.

·         Veränderung des Quellortes

In diesem Planungsprozess sind nach der ersten Prognose Abweichungen (Überschreitungen) zu analysieren. In Abhängigkeit von der Ursache ist der Quellort so zu verlegen, dass Überschreitungen außerhalb des TrÜbPl vermieden werden.

·         Veränderung der Schusszahlen

Dieser Planungsprozess berücksichtigt mögliche Änderungen der Reduzierung der eingesetzten Munition und führt zu definierten Obergrenzen des Munitionseinsatzes.

·         Veränderung der Schießsituation

Dieser Planungsprozess berücksichtigt mögliche Änderungen der verwendeten Munition und soweit möglich der eingesetzten Waffen/Waffensysteme.


Als Gesamtergebnis liegt abschließend ein überarbeitetes, auf die Lärmimmission optimiertes Nutzungsprofil für den jeweiligen TrÜbPl vor. Mit dieser Vorgabe wird sichergestellt, dass alle vom SKUKdo eingeplanten Nutzer, die sich innerhalb dieser Grenzen bewegen, alle Übungsvorhaben ohne Einschränkung durchführen können. Nach Genehmigung durch die jeweils zuständige Wehrbereichsverwaltung liegt somit ein theoretischer SIP0 vor. Mit diesem Planungsprozess Lärmmanagement wird durch SKUKdo sichergestellt, dass die Vergabe der TrÜbPl-e bei der Verteilerkonferenz auf einer rechtskonformen Nutzung beruht.


 

Planungsprozess TrÜbPlKommandantur (Lärmmanagement)

Mit der Schießanmeldung legt die übende Truppe erste konkrete Zahlen zu Art und Anzahl der Waffen/Waffensysteme, die zum Einsatz kommen sollen, vor. Vor der eigentlichen Schießbesprechung kann nun mit Hilfe des Tools WinLarm überprüft werden, ob sich diese Vorstellungen der Truppe realisieren lassen bzw. mit welchen Änderungen erreichbar sind. In einem Folgeschritt lässt sich dann ermitteln, in welchem Umfang die Forderungen zusätzlicher Nutzer eingeplant werden können. Es ist beabsichtigt, diesen Prozess bis zum Erstellen des Sicherheitsbefehls zu ermöglichen, um flexibel auf Belegungsänderungen reagieren zu können. Überschreiten die Kennzeichnungspegel geplanter Schießen die Vorgaben für Richtwerte und ist das 5%-Perzentil der Kennzeichnungszeit überschritten, dürfen diese Schießen nur mit einer Ausnahmegenehmigung der zuständigen Aufsichtsbehörde durchgeführt werden.
In einem Antrag ist vom jeweiligen Nutzer dem Betreiber von Schießplätzen nachvollziehbar darzulegen, dass zum Erreichen vorgegebener Ausbildungsziele das Schießen im geplanten Ausmaß und Umfang zwingend erforderlich ist.


 

Dokumentation / Überwachung der tatsächlichen Immissionswerte

Die TrÜbPl-e erfassen mit Hilfe der Meldungen der Truppe die realen Immissionswerte und dokumentieren für jeden einzelnen Schießtag die tatsächliche Belastungssituation. Auf dieser Grundlage wird vor Ort der SIPn erstellt und anschließend archiviert.

Die Einhaltung der Vorgaben dieser Bestimmungen zum Lärmmanagement werden durch die Aufsichtsbehörden über den gesamten Zeitraum überwacht.