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Schießlärm

Schießlärm ist kein Regelfall der TA-Lärm. Zunächst einmal sind Schießplätze, auf denen mit Waffen ab Kaliber 20 mm geschossen wird, ausdrücklich vom Anwendungsbereich der TA-Lärm ausgenommen. Im Gegensatz zu Immissionen von Industrieanlagen, Autobahnen oder Eisenbahnstrecken bestehen die Immissionen von Schießständen ausschließlich aus Geräuschspitzen. Die Immissionen ergeben sich aus einer Vielzahl von Waffen (Pistole, Revolver, Gewehr oder Flinte), verwendeter Munition (Kaliber oder Pulverladung) sowie Arten des Schießens (laufende Scheibe oder Trap und Skeet etc.). Häufig liegt die betroffene Wohnbebauung 500 m bis maximal 1.000 m entfernt. Schießplätze – insbesondere militärische – weisen zusätzliche Besonderheiten auf. Zum einen kommen ganze Waffensysteme, Sprengungen oder Explosionen (höhere Schallenergien und Verschiebung zu tiefen Frequenzen) hinzu und zum anderen überstreicht der Einwirkungsbereich von Schießplätzen in der Regel viele Quadratkilometer. Militärische Schießplätze haben von Tag zu Tag wechselnde Betriebszustände, ohne sich faktisch aber zu wiederholen. Im Gegensatz jedoch zu Schießständen werden diese Betriebszustände - teilweise stundengenau - protokolliert.

Nach der 4. BImSchV sind Schießstände und Schießplätze genehmigungs­bedürftige Anlagen. Für genehmigungsbedürftige Anlagen gilt eine besondere Vor­sorgepflicht (§ 5 BImSchG) für den Anlagenbetreiber, d. h. er muss „Vorsorge gegen schäd­liche Umwelteinwirkungen … treffen, insbesondere durch die dem Stand der Technik entsprechenden Maßnahmen“. Aber erst mal muss die Anlage genehmigt werden.