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Vorteile eines Lärmmanagements

Die Vorteile eines kooperativen Lärmmanagements liegen auf der Hand. Der Anlagen­betreiber plant und steuert flexibel den täglichen Betrieb der Anlage so, dass die Richtwerte nicht überschritten werden. Das Interesse des Betreibers an einem wirtschaftlichen Betrieb wird mit dem Interesse der Anwohner an einem ruhigen Wohn­umfeld ausgeglichen. Der Anlagenbetreiber bedient sich dabei einer abgestimmten Software, die Bestand der Genehmigung ist und die in die Betriebsabläufe der genehmigungsbedürftigen Anlage eingreift. Dabei muss er sich nicht mehr explizit um den akustischen Immissionsschutz kümmern. Das Verfahren ist kooperativ, weil die Überwachungsbehörde die Entscheidungskriterien, nach denen der Anlagenbetreiber seine Anlage steuert, festlegt und überwacht und so auch in die Verantwortung für die Nicht-Überschreitung von Richtwerten einbezogen ist. Das Verfahren ist transparent und nachvollziehbar. Eine Überwachung findet quasi kontinuierlich statt, wenn auch ohne teure Dauermessungen. Es entlastet die Überwachungsbehörde und nimmt gleichzeitig das Interesse der Anwohner, vor schädlichen Umwelteinwirkungen geschützt zu werden, in besonderer Weise ernst. Bei Lärmbeschwerden steht die zuständige Behörde nicht mehr vor dem Problem, dass sie im Regelfall nicht in der Lage ist, eine Korrelation des Zeitpunktes der Beschwerde mit einer entweder nicht genehmigten Emissionssituation und/oder einer Überschreitung des Richtwertes im Nachgang zu ermitteln. Das kooperative Lärmmanagement wird Bestandteil des täglichen Betriebsmanagements und bleibt deshalb im Bewusstsein des Betreibers. Es mag als Nachteil empfunden werden, dass die Überwachung wesentlicher Bestandteil des Verfahrens wird. Eine einmal erteilte Betriebsgenehmigung nimmt natürlich Verantwortung von den Schultern der zuständigen Behörden. Aber gerade das Einbeziehen der Überwachungsbehörden in die stets verfügbaren Nachweise über Anstrengungen des Betreibers für einen „lärmarmen“ Betrieb fördert den Ausgleich der Interessen und hilft Konfrontation zu vermeiden, kann also Vertrauen schaffen. Lärm ist zu einem nicht unbeachtlichen Teil auch Psychologie. Es wäre ein Fortschritt, wenn die Verfahren zur Beurteilung des Lärms dieser Erkenntnis mehr Spielraum geben würden. Tägliches Lärmmanagement auf der Basis des täglichen Betriebs kann diesen Raum öffnen.