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Einfacher Lärmmanagementprozess

Der Lärmmanagementprozess wird durch täglich zu berechnende Führungsgrößen (Lärmkriterien) bestimmt. Die Entscheidung, ob ein geplanter Betrieb im Sinne der Managementregelungen ‚genehmigungsfähig’ ist oder nicht, fällt nach einem Vergleich dieser Kriterien mit Richt- oder Auslösewerten, also über eine Konfliktanalyse. Der Einfachheit halber wird hier nur von einer einzigen Führungsgröße des Lärmmanagements ausgegangen, für die es nur einen unteren und einen oberen Auslösewert gibt. Die Regelungen, ebenfalls sehr vereinfacht, mögen folgende Entscheidungen auf der Basis der Konfliktanalyse festlegen:

1.   Das Kriterium ist kleiner als der untere Auslösewert. Der Betrieb ist genehmigungsfähig.

2.   Das Kriterium ist gleich oder größer als der untere Auslösewert, aber kleiner als der obere Auslösewert. Der Betrieb ist nur als ‚Überschreitungstag’ genehmigungsfähig. Das heißt, der geplante Betrieb ist nur erlaubt, falls es nicht innerhalb der vergangenen 365 Tage vor diesem Betriebstag weniger als 5% - Überschreitungstage gibt, also 18 Tage.

3.   Das Kriterium ist gleich oder größer als der obere Auslösewert. Der Betriebstag ist nicht genehmigungsfähig. Der Betreiber kann allerdings bei der Aufsichtsbehörde eine tagesspezifische Sondergenehmigung beantragen, die diese nur dann aussprechen darf, falls zusätzliche Kriterien erfüllt sind. Dieser Fall ist für die folgenden Betrachtungen aber ohne Bedeutung.

Die Konfliktanalyse und der oben skizzierte Entscheidungsbaum wird nur in den ‚maßgeblichen Immissionsflächen’ durchgeführt. Das Konzept der Immissionsflächen ersetzt im kooperativen Lärmmanagement die ‚maßgeblichen Immissionsorte’ im administrativen Management. Denn durch den variablen Betrieb der Anlage in Verbindung mit der starken Richtwirkung der Quellen müsste sich gegebenenfalls auch die Wahl der maßgeblichen Immissionsorte ändern. Dies kann aber kaum vorausgesehen werden. Deshalb gelten alle Flächen, für die Empfindlichkeiten vorgegeben sind, grundsätzlich als maßgebliche Immissionsflächen. Natürlich wird sich das System der Auslösewerte nach der Empfindlichkeit einer Fläche richten. Des weiteren sei für die Betrachtungen hier vorausgesetzt, dass das  Lärmmanagement über mehr als ein Jahr durchgeführt wurde. Die Berechnung der Führungsgröße sei in einem Raster vorgeschrieben, das über die Nachbarschaft der Anlage gelegt wird.
Dann liegt im Lärmmanagementprozess für jeden Rasterpunkt in jeder maßgeblichen Immissionsfläche die Anzahl der dort in Anspruch genommenen Überschreitungstage vor. Diese Anzahl ist das einzige Maß, das im kooperativen Lärmmanagement anfällt, um die Lärmbelastung in diesem Ort zu kennzeichnen. Bevor der Weg zu einer Lärmkarte weiter verfolgt wird, soll zunächst eine kurze Diskussion über weitere zusätzliche Lärmkriterien eingeschoben werden.