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Diskussion ‚Management-fremder’ Kriterien

Bei der geforderten Datenlage könnte man auch den ‚ungünstigsten Betriebszustand’ bzw. den Betriebstag mit dem höchsten Beurteilungspegel innerhalb der letzten 365 Tage bestimmen. Es liegt auf der Hand, dass das Kriterium in vielen Rasterpunkten zwischen dem unteren und oberen Auslösewert liegen wird. Die Diskussion, ob dann ein einziger lauter Betriebstag für die Anwohner erheblich belästigender ist als viele Betriebstage mit einem Pegel gerade kleiner als der untere Auslösewert, ist damit wieder eröffnet und führt über die Diskussion der ‚seltenen Ereignisse’, der ‚ungünstigsten Schallausbreitungsbedingungen’ usw. wieder zur Entwicklung des kooperativen Lärmmanagements. Diese Aussage ist also nicht wirklich informativ. Sie entspricht der Suche nach dem höchst möglichen Beurteilungspegel, vgl. [3].
Unterstellt man, dass die oben als Lärmkriterium bezeichnete Führungsgröße des Lärmmanagements ein äquivalenter Dauerschallpegel ist, könnte man auch z.B. einen Jahresmittelungspegel berechnen. Bei Anlagen mit eher unregelmäßigem Betrieb wird dieser Pegel deutlich unterhalb des unteren Auslösewertes liegen, weil die Pegelüberschreitungen an
den 18 Tagen durch den oberen Auslösewert ‚gedeckelt’ werden und diese Überschreitungen in der Regel die Unterschreitungen nicht kompensieren. Dies gilt jedenfalls für den unregelmäßigen Schießbetrieb auf Truppenübungsplätzen.

Insgesamt widersprechen solche nachträglichen Beurteilungen den Intentionen des kooperativen Lärmmanagements, weil damit einerseits der Vertrauensschutz für den Betreiber verloren geht und andererseits ein zukünftiger Betrieb nicht daran orientiert ist.

Die Anzahl der Überschreitungstage ist die native Aussage dieses Lärmmanagements über die Lärmbelastung in jedem Ort, der zu einer maßgeblichen Immissionsfläche gehört. Auf dieser Basis allein sollte deshalb auch eine zu anderen Lärmarten kompatible ‚Lärmkarte’ entwickelt werden.