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Einleitung

Das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) [4] formuliert zwei wesentliche Grundsätze zum Lärmschutz beim Betrieb von Anlagen: Der Betreiber ist verpflichtet, die Anlage so zu betreiben, dass „...schädliche Umwelteinwirkungen, ...und erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft nicht hervorgerufen werden können“ und dass „Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen ... und erhebliche Belästigungen getroffen wird, insbesondere durch die dem Stand der Technik entsprechenden Maßnahmen“.

Die Technische Anleitung Lärm (TA Lärm) [5] führt die Regelungen aus, die im Bereich der Verwaltungsakustik zur Bestimmung der erheblichen Belästigung durch Geräuschimmissionen dienen. Sie ist damit Grundlage für die Beurteilung der meisten Lärmarten wie Verkehrslärm (Straßenverkehr, Schienenverkehr), aber auch für Lärm von gewerbliche Anlagen (Industrieanlagen). Dabei greift sie auf das einschlägige Normenwerk der technischen Akustik zurück.

Für die Lärmart ‚Schießlärm’ regelt die TA Lärm die Beurteilung nur für Schießen mit Waffen mit einem Kaliber kleiner als 20 mm. Das Schießen mit größeren Kalibern, das im Wesentlichen auf militärischen Schießplätzen stattfindet, ist ausdrücklich nicht im Anwendungsbereich der TA Lärm enthalten. Das heißt aber nicht, dass für diese Lärmart die wesentlichen Grundsätze des BImSchG nicht eingehalten werden sollen. Es heißt lediglich, dass die Vorgaben und Regelungen der TA Lärm auf diese Lärmart nicht direkt anwendbar sind.

Schießlärm ist geprägt durch viele Besonderheiten: großer Einwirkungsbereich, tiefe Frequenzen, Impulshaltigkeit, hohe akustische Energien etc. Es ist daher erforderlich, Verfahren und Methoden zu entwickeln, um den Schießlärm sachgerecht zu beurteilen und die Grundsätze des BImSchG auf Schießplätzen umzusetzen. In diesem Sinne hat sich das BMVg verpflichtet, den Schießbetrieb ‑ solange es mit dem Verteidigungsauftrag vereinbar ist – an den Motiven des BImSchG auszurichten.