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Der Managementprozess

Der in Abbildung 1 dargestellte Entscheidungsbaum für das Lärmmanagement ist für die beiden Kennzeichnungszeiten ‚tags’ und ‚nachts’ unabhängig voneinander in jedem Immissionsort anzuwenden. Als Immissionsorte gelten alle Rasterpunkte eines 250 m-Rasters im Einwirkungsbereich des Schießplatzes. Über die 5%-Überschreitungstage-Regelung hängt die Gesamtbeurteilung eines Schießtages vom Schießbetrieb der letzten 365 Tage ab. So wird erreicht, dass der Richtwert des Mittelungspegels auch als Jahresmittelungspegel deutlich unterschritten wird. So, wie es pro Jahreszeitraum 18 Überschreitungstage gibt, ist bei Schießplätzen sichergestellt, dass es deutlich mehr schießfreie Tage gibt. Es ist also zu erwarten, dass durch das Lärmmanagement auch der Jahresmittelungspegel unter dem liegen wird, was die TA Schießlärm, also das traditionelle Lärmmanagement, zugelassen hätte.

Das Lärmmanagement ist täglich durchzuführen. Es konfrontiert den Betreiber also täglich mit dem Problem Lärm. Aber auch die Aufsichtsbehörde ist ständig in das Lärmmanagement eingebunden, weil über festgelegte Beschwerdewege das Verfahren des Lärmmanagements an die Beschwerden gekoppelt wird und die Aufsichtsbehörde zusammen mit dem Betreiber das Verfahren an sich weiterentwickeln muss. Im Gegensatz zum traditionellen administrativen Genehmigungsverfahren, bei dem sich Betreiber und Genehmigungsbehörde ein für alle mal des Gesichtspunkts Lärm entledigen, ist das Hinwirken des Betreibers auf besseren Lärmschutz systemimmanent. Sowohl durch betriebliche als auch bauliche Maßnahmen kann er durch erhöhten Lärmschutz direkt durch höhere Auslastung profitieren. Damit wird – wiederum im Gegensatz zum administrativen Lärmmanagement – dem Vorsorgegedanken des BImSchG Rechnung getragen und der Einsatz von Maßnahmen nach dem jeweils aktuellen Stand der Technik gefördert.



Abbildung 1: Entscheidungsbaum für das Lärmmanagement für jeden Rasterpunkt eines 250 m Rasters und unabhängig für die Kennzeichnungszeiten ‚tags’ und ‚nachts’