Beitragsseiten

Praktische Umsetzung des Lärmmanagements

 

Das BMVg hat entschieden, den Betrieb seiner Schießplätze und seiner Schießstände einem solchen Lärmmanagement zu unterwerfen [11]. Das kooperative Lärmmanagement hat einen erheblichen Aufwand für den Betreiber und die Aufsichtsbehörde zu folge, weil das Lärmmanagement Teil des täglichen Betriebsmanagements werden muss. Es ist deshalb erforderlich, für die Betreiber der Schießplätze ein Werkzeug zur Verfügung zu stellen, das es ermöglicht, ohne weitere Kenntnisse und Kompetenzen auf dem Gebiet des Lärmschutzes richtige Entscheidungen zu treffen. Richtige Entscheidungen betreffen beides, die Steigerung seiner Auslastung und die Minderung der Lärmbelastung.

Dieses Werkzeug wird in der Software Suite WinLarm als Modul ‚Manager’ bereitgestellt. Dieses Modul ist in der Lage, den komplexen Prozess einer Belegungsplanung mit der Lärmprognose so zu verbinden, dass dem Betreiber zeitnah Informationen über die Lärmbelastung des geplanten Betriebs zur Verfügung stehen.

Der Managementprozess auf einem Schießplatz ist deutlich komplexer als oben dargestellt. So wird in der Planungsphase, in der noch nicht alle Informationen über die Schießübungen vorliegen und das Wetter nur über Langzeitprognosen berücksichtigt werden kann, mit verminderter Genauigkeit prognostiziert und beurteilt. Nach dieser Prognose wird die Durchführung des Schießens dennoch verbindlich zugesichert, da die Vorbereitungen für ein Schießen mit schweren Waffen nicht einfach abgebrochen werden können. Die tatsächliche Belegung, der tatsächliche Verschuss und die Schallausbreitung unter den tatsächlichen Wetterbeobachtungen wird an jedem Schießtag nachgerechnet und nachbeurteilt. Dies ändert zwar nichts daran, dass der Schießtag auch weiterhin als genehmigt zu gelten hat (Vertrauensschutz). Aber dennoch gehen die verbesserten Ergebnisse wieder rückwirkend über das Ensemble der letzten 365 Tage in das Management ein, weil dann die Planungsprognosen durch die tatsächlichen Prognosen ersetzt werden müssen. In diesem Zusammenspiel von Planungsprognose und Prognose nach durchgeführtem Schießtag liegt eine Herausforderung für eine Optimierung des Lärmmanagementprozesses.