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Einleitung

Der Schießlärm schwerer Waffen in der Nachbarschaft eines Schießplatzes der Bundeswehr fällt nicht in den Gültigkeitsbereich der TA Lärm. Es kann auch gezeigt werden [1], dass das traditionelle administrative Lärmmanagement, das nach Feststellung der Betriebssituation, die den höchsten Beurteilungspegel erzeugt und unter Berücksichtigung der ‚ungünstigsten’ Schallausbreitungsbedingungen eine Genehmigung auf der Grundlage einer einmaligen Lärmprognoserechnung weder dem Lärmschutz gerecht wird noch den sachgerechten Betrieb eines Schießplatzes zulässt.

Deshalb hat das BMVg die Lärmmanagementregelungen (LMR) [2] erarbeiten lassen, die auf der Basis des Konzeptes eines sogenannten kooperativen Lärmmanagements die Interessen der Anwohner an einem ruhigen Wohnumfeld und die Interessen des Betreibers an einer optimalen Auslastung auszugleichen sucht.

Ein wesentlicher Unterschied zu einem traditionellen Genehmigungsverfahren ist, dass das kooperative Lärmmanagement täglich durchzuführen ist. Beim Betrieb eines Schießplatzes greift es daher nachhaltig in den Planungsprozess ein und wird infolgedessen Bestandteil des täglichen Betriebsmanagements.

Bereits vorher diente die WinLarm Suite der Bundeswehr und ihren Verwaltungen zur Beurteilung des Schießlärms und zur Auslegung und Bewertung baulicher Maßnahmen unter dem Gesichtspunkt der Lärmminderung auf ihren Schießplätzen und Schießanlagen. Deshalb wurde der Forderung der Betreiber nach einem Werkzeug, welches das Lärmmanagement in das Betriebsmanagement eines Truppenübungsplatzes einbindet und den zusätzlichen Aufwand für diesen Aspekt der Betriebsführung möglichst gering hält, durch die Entwicklung eines zusätzlichen Moduls ‚Manager’ in der WinLarm Suite Rechnung getragen.

Im Folgenden wird gezeigt,

·         welche Strukturen und Abläufe in der Betriebsführung bei der Planung von Schießübungen mit schweren Waffen vorgefunden wurden,

·         welche Grunddaten für die Umsetzung des Lärmmanagements erforderlich sind,

·         wie das Modul Manager das Lärmmanagement im Betriebsmanagement umsetzt,

·         welche lärmrelevanten Entscheidungshilfen dem Betreiber zur Verfügung gestellt werden.

Der Beitrag schließt mit einem Ausblick auf die Weiterentwicklung des Programms sowohl im Hinblick auf eine Optimierung des Lärmmanagements auf Truppenübungsplätzen als auch auf Standortschießanlagen.